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Der webbook-verlag ist eine Berliner Full-Service-Medienagentur, die sich auf Industrievisualisierung und –film spezialisiert hat. Das Unternehmen sitzt im Haupthaus des Medien- & Studiokomplexes der Berliner Union-Film, auf dem ehemaligen Areal der UFA-Studios. Hier wurden Filmklassiker wie Fritz Langs „Dr. Mabuse“ oder auch Bob Fosses „Cabaret“ produziert. Die Motivation der „Filmfabrikation“, wie man es 1913 nannte, ist noch überall präsent.

Heutzutage werden hier unter anderem „Circus HalliGalli“, Serien, Musik- und Werbevideos produziert. Es ist ebenfalls Sitz des „YouTube Space Berlin“ sowie der „Metfilmschool“. Thomas Nickel, Geschäftsführer der Berliner Film-Union, holt den alten Glanz des Studioareals zurück und passt die Leistungsfähigkeit beständig an die neuen Anforderungen des Marktes an.

Studiogelände | Mit freundlicher Genehmigung der Berliner Union-Film GmbH & Co. KG

Studiogelände | Mit freundlicher Genehmigung der Berliner Union-Film GmbH & Co. KG

Für den webbook-verlag eine gute Standortwahl mit einem ineinandergreifenden und hochfunktionalen Netzwerk aus routinierten Profis, die sich in ihrem Leistungsangebot optimal ergänzen. Neben fünf TV-Studios verfügt die Berliner Union-Film über elf Synchron- und zwei Mischateliers sowie starke Kooperationspartner für Film- und Showlicht, HD-Übertragungs- und Kameratechnik, Grip und Kräne, Dekora-tionswerkstätten, state-of-the-art Green Rooms und Hallen, in denen selbst Medicopter-Cinematographen problemlos agieren können.

Den Postproduction-Workflow deckt neben Animationen und Visualisierungen der webbook-verlag ab.

Haupthaus| Mit freundlicher Genehmigung der Berliner Union-Film GmbH & Co. KG

Haupthaus| Mit freundlicher Genehmigung der Berliner Union-Film GmbH & Co. KG

Der Verlag hat seine Büros in der 4. Etage mit Blick auf das historische Studiogelände.

Draußen Backsteinmauern und Stummfilm-Atmosphäre. Drinnen ein krasser Gegensatz, der eher an die Brücke der Enterprise erinnert. Monitor reiht sich an Monitor, Workstation an Workstation.
Dagegen wirkt das kleine Sofa eher nüchtern. Die Atmosphäre ist entspannt und der Kaffee, da handgemahlen und mit Muße gebrüht, hervorragend. An den Wänden hängen Storyboards und Grafiken, heute teilweise diskret verdeckt.

wbk

Vor mir sitzt der Inhaber des webbook-verlags, Marcell Jähner. Seine Figur, die er scherzend als Sumo- Amateurliga klassifiziert, ist unverkennbar eine prägnante Erscheinung. „Eine Marke für sich“, wie die Berliner gerne sagen. Amüsiert schmunzelt er unter seiner Schiebermütze über meinen erstaunten Blick, dass es hier vor allem funktional nach Arbeit und weniger nach Agentur, geschweige denn Verlag aussieht.

So steige ich direkt ein:

Interviewer: Guten Tag, Herr Jähner. Weshalb firmieren Sie als Verlag und nicht als Agentur?

Jähner: „Das ist im Grunde recht plausibel. Definitorisch machen wir das, was ein klassischer Verlag auch macht. Ein Medienunternehmen, das Werke der Unterhaltung, Bildung, Information oder Wissenschaft/ Industrie konzipiert, produziert, je nach Anliegen des Auftrags Spezialisten hinzunimmt, das Thema vervielfältigt und Zielgruppen gerecht verbreitet. Unsere Publikationsplattform ist meist ein aktives bis interaktives audiovisuelles Medium mit Texten, Bildern, Grafiken, Videos auf Plattformen wie z. B. Webseiten, Informations- oder Messe-Terminals und Mobilgeräten wie z. B. Handy oder Tablet, sowie auch Fernsehen.

Die Inhalte werden dabei informationslogistisch
so realitätsnah wie möglich verarbeitet.

Redaktionelle Themen haben noch immer den höchsten Überzeugungsgrad und die bidirektionalen Kommunikationswege zeigen deutlich, dass Kunden, die sich vorab sachgerecht informieren konnten, meist eine positive Kaufentscheidung fällen und – was noch wichtiger ist – beim Anbieter bleiben.

Klassische und Neue Medien als Publikationsplattform nutzen

Klassische und Neue Medien als Publikationsplattform nutzen

Aber da erzähle ich ihnen ja nichts wirklich Neues – oder? Darüber hinaus verkaufen wir wie jeder Verlag Geschichten und machen das notwendige Anliegen zum Thema.

Nicht ohne Grund lautet unser Motto: „Heldengeschichten auf Knopfdruck“.

Interviewer: Welche Branchen kann der webbook-verlag abdecken?

Jähner: “Tagebau, Metall-Industrie, Forschung und Wissenschaft, Energieversorgung,
Gesundheitswesen, Gastronomie, Textilien, Automotive, Luft- und Raumfahrt.”

Interviewer: Was bieten Sie an?

Jähner: “Grafik- und Corporate Design, Image-, Industrie- und Featurefilme, Teaser, Trailer und Showreels, Visualisierung und Animation, VFX Postproduction, Konzeption und Planung. Alle Leistungen mit garantiert preußischer Gründlichkeit.”

Optimierung der Corporate Identity der erfolgsritter

Optimierung der Corporate Identity der erfolgsritter

Interviewer: Das machen Werbe- und PR-Agenturen allerdings auch. Wo liegt der Unterschied?

Jähner: “Wir alle müssen begeistern und überzeugen können. Doch die jeweiligen Kommunikationsdienstleister haben verschiedene Methoden. Werber stehen für geschickte Manipulation, Public Relations nutzen wortgewandte Propaganda und Informationslogistiker kommunizieren den Sachverhalt so authentisch wie möglich, allerdings nicht dokumentarisch.”

Interviewer: Sie machen sozusagen ehrliche Werbung?

Jähner: “(lacht) Nein – wir machen eigentlich gar keine Werbung, selbst wenn unsere Arbeiten dafür genutzt werden. Werbung hat den Anspruch, den Kunden durch eine gezielte Botschaft im Sinne des Senders zu verändern. Das erinnert ein wenig an die Kernaussage aus dem Film „Inception“. Wir versuchen, Information am zu kommunizierenden Objekt selbst so präzise wie möglich abzudecken. Unserer Überzeugung nach ist Information eher abstrakt. Letztlich versteht jeder Mensch den Inhalt einer Information so, wie es ihm möglich ist. Damit hat jeder seine für ihn gültige Wahrheit. Durch die frei zugänglichen Informationen im Internet und die Möglichkeit, diese im Dialog oder generell zu hinterfragen, kann sich der Konsument letztlich seine eigene Meinung bilden. Dieses natürliche Anliegen ist für den heutigen Verbraucher wichtig.”

Megaposter 11x4m | CeMat 2015

Megaposter 11x4m | CeMat 2015

Interviewer: Ist es das, was Sie unter Informationslogistik verstehen?

Jähner: “Im Grunde ja. Wir behaupten Wirklichkeit, und daraus entsteht diese – sowohl für den Sender als auch den Empfänger. Nicht aufdringlich oder eindringlich – schlicht verständlich. Das ist wie mit den Brotkrumen bei Hänsel und Gretel. Nur legen wir keine Spur. Wir schaffen vielmehr einen Platz mit genügend Krumen, auf dem man sich dann zur Entscheidungsfindung lange genug aufhalten kann. Wir wecken zuallererst das Gefühl sich korrekt informieren zu können oder informiert zu sein, um sich aus eigener Überzeugung sicher in der Entscheidung zu fühlen.”

Interviewer: Ist das im Sinne Ihrer Kunden?

Jähner: “Letztendlich schon. Am Anfang ist es ein langer Weg und bedarf vieler Überzeugungsarbeit. Alte Sichtweisen anzutasten und teilweise zu verändern geht nur mit viel Geduld und Feingefühl. Am Ende überzeugen unsere Kunden die Ergebnisse unserer Arbeiten und die darauf basierenden Resultate.”

Visualisierung der Landstromversorgung SAMPS Container. Mit freundlicher Genehmigung Stemmann-Technik

Visualisierung der Landstromversorgung SAMPS Container. Mit freundlicher Genehmigung Stemmann-Technik

Interviewer: Das klingt nach neuen Ansätzen. Wie sind diese Veränderungen zu verstehen?

Jähner: Oha, das wird jetzt ein wenig komplex und teilweise philosophisch. Ich spreche hier lediglich aus unserer persönlichen Erfahrung über die Jahre hinweg.
In der Wirtschaft wird eher der private Endverbraucher angesprochen.

Visualisierung des Leitungswagens KW 50 | Stemmann-Technik

Visualisierung des Leitungswagens KW 50 | Stemmann-Technik

In der Industrie kommunizieren Fachanbieter mit Fachleuten. Meist geht es um Vorteile des Produktes, seines Einsatzes und seiner Komponenten sowie dessen Materialeigenschaften. Viel um Einsparungen bei Produktions- oder Wartungskosten sowie bei der Logistik. In unserem Fall oft um Individualisierungen und Prototypen.

Aktuell boomt der Markt für künstlicher Podukt- und Prozessdarstellung. Benötigt werden Werbe-, Katalogbilder, Prototypen-Simulation, Informations- oder Explosionsgrafiken, Showreels, Messe- und Verkaufsvideos sowie Info-Filme zu Schulungszwecken bzw. zur visuellen Produktionsunterstützung.

Animation des Prototyps einer Landstromversorgung | Stemmann-Technik, Siemens

Animation des Prototyps einer Landstromversorgung | Stemmann-Technik, Siemens

Visualisierung wurde hierbei zu einem sehr salopp benutzten Oberbegriff, der verschiedene Aufgaben bei der Produktion eines Industriefilms auf digitaler Basis zusammenfasst. Dazu zählen die eigentliche Darstellung von Objekten oder Produkten, die sich praktisch nicht unkompliziert fotografieren lassen oder deren Eigenschaften oder Dimensionen eine analoge Darstellung unmöglich machen, Simulation von Prototypen und Explosionsgrafiken.

Animation und Visualisierung SAMPS Container | Stemmann-Technik

Animation und Visualisierung SAMPS Container | Stemmann-Technik

Um es mit einem Bild zu beschreiben:

Ein fahrendes Auto zerlegt sich eher schwer selbst
in der Realität und setzt sich dann wieder selbst zusammen.

Zur Visualisierung werden Bildretusche (Compositing), Animation, Schnitt, Informations-Grafiken sowie Augmented und Virtual Reality gezählt.

Kurz alles, was am Rechner künstlich nachgebaut, adaptiert und dargestellt werden kann. Kunden kommen mit Skizzen, Bauzeichnungen oder Konstruktionsdaten aus Solid Works oder AutoCad und erwarten am Ende Presse- oder Werbebilder bzw. -filme zum sofortigen Einsatz, im Idealfall mit Verteilernetz für die Medien.

Animation SAMPS Container | Stemmann-Technik

Animation SAMPS Container | Stemmann-Technik

Ein Großteil der Projekte ist dazu hochvertraulich, was eine Produktion nicht leichter macht und weshalb diese eher selten für die eigene Qualifikationsreferenz genutzt werden kann. Ein guter Anbieter für Visualisierung muss also nicht zwingend Referenzen zeigen können. Dessen Qualifikation zeigt sich in der Art und Weise, wie er die Aufgabenstellungen und den Fachjargon versteht.

Wichtig ist ein intensives Sachverständnis der Branche.

Wichtig ist ein intensives Sachverständnis der Branche.

Beim Film und in der Werbung ist der Einsatz von digitalen Visualisierungen in Stand- und Bewegtbild seit über 30 Jahrengang und gäbe. In der Industrie ist der Einsatz situationsbezogen und vergleichsweise erst seit kurzem ein Kriterium, das in den Marketing-Budgets eingeplant wird. Wobei sich diese Aussage eher auf die vielen mittelständischen Betriebe bezieht.

Der webbook-verlag hat das richtige Gespür für Inszenierungen

Der webbook-verlag hat das richtige Gespür für Inszenierungen

Die Industrie ist an Normen und Zertifikate gebunden. Es gibt eine Vielzahl an verwendeten modularen und aufeinander abgestimmten Baugruppen. In der Praxis bedeutet dies, dass Veränderungen etwas gemächlicher als vermutet stattfinden. Zuallererst wird angepasst, was freigegeben ist, bevor etwas gravierend verändert wird.

Erschwerend kommt hinzu, dass Agenturen für computergenerierte Darstellung häufig im Filmbereich und der Werbung beheimatet sind, doch nur wenig vertraut mit informativer und dokumentarischer Aufbereitung spezifischer Themen der Branche. Der Fokus nicht weniger Visualisierungsproduktionen liegt aufgrund dessen mehr im B2C- anstatt im B2B- Bereich und zielt auf die breiten Massenmedien wie z. B. das Internet, und dort eher auf Youtube und Facebook als auf die firmeneigene Webseite für Messen, den Vertrieb oder das Direktmarketing.

Den Fokus auf den Behaviorismus der Zielgruppe setzen

Den Fokus auf den Behaviorismus der Zielgruppe setzen

Digital Press Kits zur Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit und dadurch gezielte Reichweitensteigerung kommen so gut wie gar nicht zum Einsatz und dümpeln oft schwer erreichbar in komplexen Download-Bereichen auf einem dedizierten Firmen-Server ungenutzt vor sich hin.

Datenbank zur Kommunikationsunterstützung des Corporate Designs

Datenbank zur Kommunikationsunterstützung des Corporate Designs

Die Sehgewohnheiten und Informationsbedürfnisse der anzusprechenden Kunden bleiben bei dieser Herangehensweise auf der Strecke. Die vielfältigen Möglichkeiten, aus einer Produktion bereits Mehrwerte zu generieren oder deren Lokalisierungen zu vereinfachen, bleiben ungenutzt.
Wie schon bei Architektur-Visualisierungen zu beobachten ist, setzen manche Industrieunternehmen auf die Umsetzung inhouse, meist durch Ingenieure, welche die Visualisierungstools ihrer CAD/CAM-Software zur Darstellung nutzen.

Das Ergebnis wirkt dadurch oft kühl, pragmatisch technisch und leidenschafts- bis seelenlos.

Eine größere Visualisierungsproduktion leidet dazu tragisch an der Situation der am Projekt beteiligten Management-Positionen mittelständischer Unternehmen, die durch Einsparungen ohnehin schon genug mit der Erledigung ihres Pensums zu kämpfen haben. Sich um Arbeitsplatzminimierung und Erfolgsquoten sorgen und Karrieredruck und Existenzängste verspüren. Diese sind allzu häufig in ihren Chancen eingeschränkt und übervorsichtig. So fehlt zum einen die Zeit für eine intensive Betreuung und zum anderen wird die Entscheidung durch geringe Risikofreude beeinflusst. Darüber hinaus hat nicht jedes Unternehmen eine reibungslose Inhouse-Kommunikation, um die für die produzierende Agentur notwendigen Informationen unkompliziert bereitzustellen. Es kommt zu Kommunikationsengpässen und, schlimmer, Missverständnissen. Das alles beschwört ein Paradoxon herauf, da der gebuchte Profi mit für das Auftragsziel wenig förderlichen Auflagen konfrontiert ist und sich nicht seiner Profession widmen kann.

Ausführliche Gespräche. Klären, was machbar ist - meist ist es mehr, als man erwartet.

Ausführliche Gespräche. Klären, was machbar ist – meist ist es mehr, als man erwartet.

Die schnelllebige Zeit fordert ihren Tribut dann im Vertrauensverlust. Indessen ist Vertrauen die Basis aller Projekte, die Informationen vermitteln. Abhängig von der Aufgabe nützt es keinem Kunden etwas, wenn er von seiner Agentur verlangt, dass sie in einer Sprache kommuniziert, die nur er, aber nicht die anderen sprechen.
Er muss eine Übersetzung oder Deutung zulassen können.

Newsletter Konzept für Stemmann-Technik

Newsletter Konzept für Stemmann-Technik

Bei Gründern oder Vollblutunternehmern ist dies weniger ein Problem. Sie delegieren und nutzen den Fachmann genau zu diesem Zweck. Bei Anderen ist häufig zu beobachten, dass sie, sagen wir, zweifelsfreie Anweisungen für alle, also nicht deren Fachbereiche geben möchten, da das Unternehmen diese Leistungen bezahlt.

Inzwischen ist es fast so, als würde ein Patient mit gebrochenem Arm zum Arzt kommen und diesen dann bitten, sein Bein zu verarzten.

Im Grunde ein schleichendes kommunikationstechnisches Dilemma, da der Paradigmenwechsel ‚digitale Kommunikation‘ zwar schon reichlich Fachbegrifflichkeiten wie z. B. Network Marketing für sich in Anspruch nimmt, doch diese lediglich alte Erkenntnisse und Verfahren in neue Gewänder zu pressen versucht, anstatt dem Umstand und der Zeit entsprechend umzudenken und auch zu sinngemäß nutzen. Das Sparen am falschen Ende und die Überschätzung der eigenen Möglichkeiten sowie Ressourcen ist dem Erfolg eines Werkes praktisch nicht dienlich – so sehr dies auch gewünscht ist.

Jeder, der eine Kamera besitzt, kann damit ein Bild machen – doch macht ihn dies gleich zum Fotografen? Louis Castle, der ehemalige Gründer und Geschäftsführer der Westwood Studios, hat in einem Interview eine denkwürdige Aussage getätigt:

„Wenn sich jeder Anstreicher als Künstler bezeichnet,
wer streicht dann unsere Wände?“

Ich möchte hier zwei Beispiele von Firmen bringen, deren passionierter Anhänger ich bin: Liebherr und Kone Cranes. Beide nutzen eine hervorragende Kommunikations-Strategie – und doch wirken die visuell umgesetzten Produkte eher wie Miniaturen oder grob ausgedrückt Plastikspielzeug. Man gewinnt weder ein Gefühl für Größe noch für Material oder, was wichtiger ist, dafür, dass diese existent und nicht nur Konzeptionen sind. Baumaschinen werden mystisch wie Rennwagen inszeniert, doch am Ende weiß man nicht, was die Maschine denn nun leistet – wo ihre Innovationen und Vorteile liegen. Immerhin ist eine Menge Geld in die Entwicklung solcher Maschinen geflossen, und dem diese im Einsatz gerecht werden. Doch das Auftakt-Video gibt keinen Hinweis darauf – das ist traurig.

Die Software allein reicht nicht. Entscheidend ist das Know How zur Materie.

Die Software allein reicht nicht. Entscheidend ist das Know How zur Materie.

Es gibt auch ganz ausgezeichnete Inhouse-Umsetzungen, wie z. B. bei der Firma „Phoenix Contact“, die bei der digitalen Produktdarstellung alles richtig macht. Ich habe mich mit dem Marketing von Phoenix Contact über dessen Produktionsmerkmale unterhalten können. Phoenix spart nicht. Der Bereich, der für die Produkt-Kommunikation zuständig ist, beschäftigt mehrere hundert Leute, darunter Spezialisten mit Erfahrung aus dem Special-Effect-Bereich Film in Bezug auf Materialwirkung und Realitätsnähe sowie Fachleute aus der Pressewerbung für Inhalte, Wirkung und Wahrung der Corporate Identity, bis hin zum Bereich Messe für die Projektionsplattformen.

Eine erfolgreiche Visualisierung basiert meist auf Synergien.

Eine erfolgreiche Visualisierung basiert meist auf Synergien.

 

Ein erfolgreicher Synergie-Effekt, der nun mal seinen Preis hat. Generell ist Einsparung – umgangssprachlich treffender: Knausrigkeit – der Feind aller Qualität. Wer nach klassischen Gesichtspunkten spart, geht unserer Ansicht nach den falschen Weg. Man kann nur schwer Geld verdienen, wenn man nicht bereit ist zu investieren. Visualisierung und besonders Verfahrensdarstellung sind aufwendige Tätigkeiten. Die Neueinsteiger-Kunden aus dem Mittelstand unterschätzen dies.

Daten im Feld problemlos synchronsieren oder ergänzen, die wbk-box.

Daten im Feld problemlos synchronsieren oder ergänzen, die wbk-box.

Nichtsdestotrotz hat der Mittelstand einen großen Nachholbedarf und nicht die Budgets der Majors.
Eine wesentliche Veränderung des Marktes resultiert aus diesem Umstand. Das aussichtsreiche Betätigungsfeld für Full-Service-Agenturen. Schlanker in der Manpower, dafür umso erfahrenere und leistungsfähigere Spezialisten mit optimaler Technik.

Doch Vorsicht! Die Spreu trennt sich da schnell vom Weizen. Besonders junge Unter-nehmen verkaufen sich als ad-hoc-erfahren. Glitzern mit hochwertigen Effekten und Visionen. Doch die eher spröden Industrie-Produktionen brauchen interdisziplinäre Kenntnis der Produktion, Publikation und Projektion sowie das notwendige Branchen-Fachwissen.

Animation des Variopanto auf der Innotrans 2012 & 2014 | Temmann-Technik, Bonbardier

Animation des Variopanto auf der Innotrans 2012 & 2014 | Stemmann-Technik, Bombardier

Eine für die Industrie tätige Agentur sollte mindestens fünf Jahre Erfahrung aufbringen und den Wortschatz der Kunden sowie die Gewohnheiten derer Kunden sicher beherrschen. Jungen Agenturen empfehle ich, zuerst einmal mit etablierten zusammenzuarbeiten, um sich die nötige Routine anzueignen. Denn sonst ergeht es dem Markt bald wie der Filmwirtschaft: hochwertige Spezialeffekte ohne Inhalt und Funktion.

Steven Spielberg sagte zur aktuellen Situation zynisch:

“People have forgotten how to tell a story.
Stories don’t have a middle or an end any more.
They usually have a beginning that never stops beginning.”

Interviewer: Man hört eine Menge praktischer Erfahrung in Ihren Schilderungen. Viel steht auf Ihrer Webseite darüber nicht. Sie sind der Haudegen. Recherchiert man tiefer, findet man Referenzen wie Axa, ADO, Activision, Bombardier, Bioware, BBS, DASA, DGOI, MSI, Hitachi, rbb, Deutsche Telekom, Max-Planck-Gesellschaft, Wirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz, Siemens, UFA Sports oder die ZDH. Adobe bezeichnet sie sogar als „Koryphäe“ im Bereich der Digitalen Medien. Falsche Bescheidenheit?

Informationsgrafiken für die Deutsche Bundesregierung | WBPR

Informationsgrafiken für die Deutsche Bundesregierung | WBPR

Jähner: Sie meinen mit verstaubten Trophäen hausieren gehen? Das ist weder mein Ding noch entspricht es irgendeiner produktiven Grundlage.

Zum einen sind darunter viele Projektarbeiten und zum anderen liegt das Vergangene hinter einem. Es ist abgeschlossen. Hurra! Der Weg liegt immer vor einem. Wir leben im Jetzt und Hier und man muss sich mit jedem Projekt eh neu beweisen. Die über die Jahre gewonnenen interdisziplinären Erfahrungen sind dabei natürlich sehr dienlich. Aber auch hier gilt es, ständig auf dem Laufenden bleiben. Die Zeit ist nun mal kurzlebig.

 

Ausführliche Gespräche. Klären, was machbar ist - meist ist es mehr, als man erwartet.

Ausführliche Gespräche. Klären, was machbar ist – meist ist es mehr, als man erwartet.

Interviewer: Und Ihr Team. Wie viele sind webbook?

Jähner: Genügend. Das Netzwerk von Spezialisten, mit denen wir arbeiten und auf die wir uns verlassen können, ist international, und man kann sagen, nicht ohne. Wir bleiben schlank und nutzen lediglich die Manpower, die wir auch während des Projektes benötigen.

Interviewer: Was macht Sie besser als andere Agenturen?

Jähner: Ich bevorzuge die Begrifflichkeit: anders. Besser ist kein schöner, da ein wertender
Begriff, und dies benötigt irgendwelche Normungen, an denen gemessen wird.

Es gibt etwas, das wir außergewöhnlich gut können:
Wir verstehen zu inszenieren.

Die meisten unserer Arbeiten benötigen keine aufwendigen Erklär-Tafeln oder eine sonore Synchronstimme, die den Zuschauer emotional zutextet. Ein Bild sagt immer noch mehr als tausend Worte. Wir sind hier bei der ehemaligen UFA. Das waren mal die Vorreiter für innovativen (Stumm-)Film, der so verstanden wurde, wie die Bilder die Botschaft verständlich machten. Die Zuschauer wurden nicht an die Hand genommen, sie waren Teil des Erlebnisses, erfuhren eine Erweiterung ihres Bewusstseins – die Begeisterung durch sie, nicht für sie.
So haben wir unteranderem die Max-Planck-Gesellschaft, Siemens, Stemmann-Technik und Wiwi-Film für uns gewinnen können.

Animation des Variopanto für die Innotrans 2014 | Stemmann-Technik, Bombardier

Animation des Variopanto für die Innotrans 2014 | Stemmann-Technik, Bombardier

Animation des Variopanto für die Innotrans 2014 | Stemmann-Technik, Bombardier

Animation des Variopanto für die Innotrans 2014 | Stemmann-Technik, Bombardier

Interviewer: Quod erat demonstrandum?

Jähner: Sie meinen, ob es Projekte gibt, die das belegen?
Da wäre zum Beispiel die Einführung des Variopanto-Dachstromabnehmers für Stemman-Technik und Bombardier auf der Innotrans 2014 oder, worauf wir sehr stolz sind, die Produktvorstellung in Form einer schlüssigen Animation der Landstromversorgung Hamburg Altona für Stemman-Technik, Siemens und HPA.

SAMPS Hamburg-Altona | Stemmann-Technik, Siemens, HPA

SAMPS Hamburg-Altona | Stemmann-Technik, Siemens, HPA

SAMPS Hamburg-Altona | Stemmann-Technik, Siemens, HPA

SAMPS Hamburg-Altona | Stemmann-Technik, Siemens, HPA

Ein Projekt, das wir vom Start an mit begleiten durften. Wir haben ganze Teile Hamburg Altonas und Tollerorts nachgebaut, inklusive der voll animierten Produkte an Shipto–Shore-Kranen, Leitungstrommeln, Schleifringübertragern, Straddle Carriers und den verschiedenen Landstromversorgungen.

Stilisierte Hafenanlagen Hamburg-Altona

Stilisierte Hafenanlagen Hamburg-Altona

Stilisierte Hafenanlagen Hamburg-Altona

Stilisierte Hafenanlagen Hamburg-Altona

SAMPS Container | Stemmann-Technik

SAMPS Container | Stemmann-Technik

Die Interior-Designs der Praxis Roseneck, wo aus dem Signet Funktionsmobiliar entwickelt wurde.

Einzelstück | Empfangs-Tresen Praxis Roseneck.

Einzelstück | Empfangs-Tresen Praxis Roseneck.

Aktuell arbeiten wir an einem drei Jahres Projekt. Es heißt: „The Wallusum“. Die interaktive, weltweit vernetzte Gedenkstätte zum 30.Jahrestags des Mauerfalls und der Deutschen Wiedervereinigung 2018 – 2020.

 

The Waluseum | Gedenkstätte zum 30. Jahrestags des Mauerfalls und der Wiedervereinigung

The Waluseum | Gedenkstätte zum 30. Jahrestags des Mauerfalls und der Wiedervereinigung

Das Werk versteht sich als ein, durch das Internet oder vor Ort erweiterbares und zugängliches Zeitzeugen- und Kulturdenkmal im Stil der prägnantesten Merkmale eines geteilten und wiedervereinten Landes.

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Hierbei handelt es sich um eine modulare Installation von speziell entworfenen Stelen mit interaktiven OLED-Plexiglas Bildschirmen, die durch Gestenerkennung steuerbar, von durchsichtig zu undurchsichtig schalten [Mauer-Erfahrungs-Effekt] sowie als Informations- bzw. Show-Elemente eingesetzt werden können.

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Bei einer Vorabpräsentation des Walluseums bezeichnete der ehemalige US-Botschafter Berlins, John Kornblum das Projekt als „sensationell“.

Interviewer: Haben Sie so etwas wie eine 10 Punkte Empfehlung für Visualisierungen?

Referenz | Reference:
http://www.pt-magazin.de/newsartikel/archive/2016/march/10/article/die-essenz-der-industrievisualisierung.html

Jahr | Year:
03 | 2016

Branche | Industry:
Unterhaltung & Nachrichten

Einsatzgebiet | Presentation-Point:
PT Magazin

Plattform | Platform:
Online

Fotos | Photos:
Bildmaterial: siehe Angaben bei den Bildquellen

Leistungsbereich | Division:
04 Visualisierung und Animation

Website:
www.pt-magazin.de/

Ref.-Nr. | Ref.-No.:
2016-005

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